E-Learning-Notfall-Kit

Digitale Lehre und Unterricht kann man in wenigen Schritten selbst gestalten. Gerade in Zeiten, in denen Präsenzlehre und -unterricht eingeschränkt durchführbar sind, können E-Learning-Angebote helfen. Mit dem E-Learning-Starter habe ich praxiserprobte Tipps zusammengestellt, damit jeder seine erste E-Learning-Anwendung erstellen kann.

1. Sie brauchen einen Plattform

E-Learning wird dann effektiv, wenn es eine Plattform gibt, über die die Lernaktivitäten organisiert werden können. Daher ist die Lernplattform der kleine gemeinsamste Nenner für E-Learning; das bedeutet auch, dass bestimmte Aktivitäten ermöglicht und andere wiederum nicht ermöglicht werden.

Der sehr einfache Start

Wenn Sie „kalt erwischt“ wurden und erst einmal keine Lernplattform haben, dann können Sie mit einer E-Mail, einer Cloudlösung wie Dropbox oder einem Messenger starten. Wichtig ist hierbei zunächst, dass Sie Ihre NutzerInnen erreichen und Lernaktivitäten abstimmen können.

Kommerzielle Lernplattformen

Für ein richtiges Learning Management brauchen Sie Plattformen, die unterschiedliche Interaktionen und das Tracking von Aufgaben zulassen. Sofern Sie selbst keine Plattform wie iServe (beliebt an Schulen), Moodle, Stud.IP oder ILIAS (beliebt an Hochschulen) haben, können Sie kurzfristig auf kommerzielle Plattformen ausweichen. Für den Schulbereich empfiehlt es sich, dass Sie fake-Accounts für Ihre Schülerinnen und Schüler anlegen. Zu Google Classroom habe ich sogar gleich ein einsteigerfreundliches Videotutorial.

 

Links:

https://classroom.google.com/

https://products.office.com/de-de/microsoft-teams/

2. Ihre Nutzer müssen mitgenommen werden

Der zweite Schritt ist elementar: Sie müssen Ihre Nutzerinnen mitnehmen. Grundsätzlich müssen Sie den folgenden drei Schritte gehen, damit Ihre NutzerInnen mit der Plattform arbeiten können:

1. Technische Einweisung: Ihr NutzerInnen müssen ihren Zugang zur Lernplattform kennenlernen. In der Präsenzlehre kann man dies gemeinsam bewältigen. Wenn sie alles Online machen müssen, dann empfiehlt es sich, über ein einfaches Format, wie eine PDF oder Word-Datei, die ersten Schritte zu klären.

2. Konventionen einführen: Der zweite Schritte beinhaltet das Schaffen von Konventionen. Gerade für Lehrkräfte, die neu im Bereich E-Learning sind, sollte dieser Prozess mit erfahrenen KollegInnen oder aber direkt mit den NutzerInnen erfolgen. Gemeinsam werden die Nutzungsrichtlinien festgelegt, so dass verbindliche Formen der Online-Interaktion entstehen.

3. Nutzer produktiv werden lassen: Im dritten Schritt werden die NutzerInnen erstmals produktiv. Dazu müssen Sie aufbauend auf den Konventionen, eine Aufgabe stellen, die die TeilnehmerInnen lösen sollen. Hierbei sollte ein starker Fokus auf die Handlungsorientierung gelegt werden, da man sonst in die sogenannte „Content-Falle“ (Video) gerät.

 

3. Technische Barrieren und Workarounds

Gerade in Zeiten, wo viele Nutzer auf Server zugreifen, kann es zu Überlastungen und damit zu Ausfällen kommen. Daher ist es wichtig immer einen Plan B zu haben. Wenn Sie zum Beispiel Videos in ihrer Lernplattform einsetzen, dann gibt es mehrere Wege um Engpässe zu umgehen.

1. Sie machen die Videos kleiner. Mit Tools wie handbrake können Sie Ihre Videos sehr einfach auf das 720p herunterkodieren, was in den meisten Fällen ausreicht. 

2. Sie hosten Ihre Videos auf großen Plattformen. Plattformen wie YouTube oder Vimeo sind auf große Datenmengen ausgelegt. Laden Sie Ihre Videos auf diese Plattformen und nutzen Sie private Links, um Ihre Videos zu verteilen.

3. Fertigen Sie Dokumente an. Nicht nur mit Blick auf die unterschiedlichen Lernertypen eine gute Idee. Eine kurze PDF (mit möglichst wenigen und kleinen Bildern oder Abbildungen kann ein Video in Sachen Dateigröße gut ersetzen. Mein Tipp: nutzen Sie hierbei weniger vorgefertigten Content, sondern setzen Sie auf interaktive Formate (Dateieinreichungen, Wikis o.ä.), die Ihre NutzerInnen ins handeln bringen. Damit sparen Sie Daten, aber nicht an Didaktik und effektiven Lernen.

Für alle die mit Bordmitteln Videos erstellen wollen, habe ich noch ein Tutorial für die Videoproduktion mit PowerPoint.

 

4. Freiräume schaffen und suchen

Wer seinem E-Learning Projekt Freiräume gibt, gibt ihm auch Wachstumspotenzial. Und das ist ziemlich einfach. Planen Sie Ihr E-Learning-Projekt nicht vom Ende, sondern immer vom ersten zu lösenden Problem her. Ihr Vorteil: alles weitere können Sie gemeinsam mit Ihren NutzerInnen entwickeln. Zudem haben Sie mit einer kleinen Lösung auch schnellere Erfolgserlebnisse.

Ihre Nutzerinnen und Nutzer hingegen haben dann den Raum, um eigenes Feedback und Ideen einzubringen. Mein Tipp an dieser Stelle: unbedingt über einen Call to Action eine Aufforderung zur Ideengebung in Ihre erste Version einbauen. Auch wenn Sie nur einen Bruchteil der Wünsche erfüllen können (wir alle haben nur 24 Stunden), werden Ihre NutzerInnen die Weiterentwicklungen die sie mit angeregt haben schätzen und sich noch aktiver einbringen.

Dieses Vorgehen ist übrigens auch gut, wenn Ihr Arbeitsfeld von Bürokratie geprägt ist. Kleine und einfache Projekte lassen sich schneller prüfen und im Notfall nebenher entwickeln. Und damit das leichter gelingt, habe ich ein hilfreiches kleines Video erstellt:

 

Bei Fragen fragen!

Wenn Sie noch Fragen haben, wie man am besten mit E-Learning beginnt, dann nutzen Sie die Kommentarfunktion oder schreiben Sie direkt eine Mail an mich.

Das ist eine Beta

Der E-Learning-Starter ist noch nicht fertig (aber trotzdem nützlich 😉 ). Ich werde im Verlauf der nächsten Wochen und Monate weitete Praxistipps ergänzen. Wenn du keinen verpassen willst, dann abonniere meinen YouTube-Kanal, auf dem ich auf regelmäßige Updates hinweise.  

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